Dass dies der erste US Car war, mit dem ich in frühester Jugend einen nicht auszulöschenden Eindruck von Kraft, Durchzug und Motorensound im Wagen des Vaters eines Klassenkameraden erlebt habe, habe ich (bisher) nur meinen besten Freunden erzählt. Damals mit ca. 16 Jahren war die kurze Fahrt auf dem engen Rücksitz der Straßenversion dieses Klassikers das größte, das ich bis dahin erlebt habe. Der erste Kickdown und der erste V8 Sound meines Lebens.
Nun stand er da und ich dachte erstmal: Dragster???? Auf den zweiten Blick wird aber unzweifelhaft klar, dass es sich hier um einen handwerklich perfekt umgebauten Wagen handelt, der konsequent auf Gewichtsersparnis und Steifigkeit ausgelegt wurde. Spätestens beim Start des Motors wird mit brachialen Sound unverwechselbar klar gestellt, dass dieses Fahrzeug auf die Viertelmeile gehört.
Die speziellen und sehr weichen Reifen bringen für die Beschleunigung maximalen Grip und beißen sich förmlich in den Asphalt. Um diese Gummis zum Burnout zu zwingen, muss eine ungeheure Kraft mobilisiert werden. Scheinbar mühelos bringt der fette Motor die monströsen Hinterreifen in einem Sound-Inferno aus den riesigen Sidepipes zum Qualmen und hinterlässt einen ordentlichen Haufen Gummi als Beweis für die schiere Kraft dieses Fahrzeuges. So heiß, dass sich die Gummireste selbst entzündet haben und gelöscht werden mussten.
Hey, Ich glaube fast ich sollte Motorjournalist werden
Zurück zum Thema.
Auf dem Gelände eines Reifenhändlers kommt das knallige Grün des Dragsters voll zur Geltung. Als besonderen Bonus hat uns die Sonne an diesem eiskalten Herbstnachmittag verwöhnt und so war es möglich, Bilder mit den natürlichen Reflektionen der Sonnenstrahlen zu fotografieren. Nachdem wir zweimal die Location gewechselt haben, kamen wir zur Herausforderung schlechthin und dem eigentlichen Grund des Shootings.
Wir wollten ein Model im Teamdress von Greymarkets vor dem qualmenden Dragster fotografieren. Auf dem Hof des Reifenhändlers war ein Burnout aber unmöglich und so mussten wir uns in der Nähe umsehen und da war dann diese Sackgasse direkt an einer Bahnlinie. Cool war, dass ziemlich genau hinter der Location die Sonne unterging, aber die Gleise und die dahinterliegenden Bahngebäude waren nicht so berauschend. Eine andere Möglichkeit war jedoch nicht in Sicht. Also haben wir mit einigen (Verlängerungs-)Kabeltrommeln das Setup aufgebaut. Ich habe hinten rechts (in Fahrtrichtung) 2 Blitze aufgebaut, die den Rauch erhellen sollten. Ein Blitz direkt von vorne, einer für die Seite des Fahrzeuges und einer für das Model. Alle per Funk angesteuert und ausgelöst. Also Strippen ziehen, Blitze und Kamera einstellen und erster Test. In dem Moment fuhr ein Zug vorbei und das war wie eine Initialzündung.
Alle Probleme waren auf einmal gelöst. Der unruhige und langweilige Hintergrund war weg und eine Bahn in voller Fahrt brachte zusätzlich Dynamik in das Bild. Aber dieser erste Schuss war völlig unkoordiniert. Also war nun Zeit für Feinschliff des Setups und Zeit zum Warten auf den nächsten Zug. Der kam überraschend schnell und dieses mal passte einfach alles. Noch ein weiterer Versuch und es begann zu Regnen. Mit Volldampf haben wir abgebaut und mittlerweile war es so kalt geworden, dass sich die Kabel schwer zusammenrollen ließen. Hat gerade noch geklappt, dass wir alles im Wagen verstaut hatten, bevor es dann richtig anfing zu gießen und wir uns zur Manöverkritik in eine naheliegende Pizzeria zurückzogen.
Herzlicher Dank geht an Harald Weigel aka JueHerbst, Jürgen von www.greymarkets.de und den Besitzer des Wagens www.studiofuerfitness.com

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