Schon seit Jahren bin ich Fan des Fotografen Clyde Butcher, der mit seiner Großformat Kamera mitten in den Sümpfen Floridas steht und die teilweise unglaublich schönen Spots fotografieret und dann in schwarzweiß in riesigen Dimensionen veröffentlicht. Mehr über seine ausgefallene (analoge) Technik finden interessierte Leser auf seiner Website.
Hier habe ich eine brandheiße Empfehlung für alle, die solche Fotos auch mal machen möchten: Rick Cruz. Er hat 3 Jahre in den Everglades gelebt, mit Clyde Butcher fotografiert und bietet nun Foto- und Öko-Touren an. Er ist sehr vorsichtig und vorausschauend und hat mich durch seinen fotografischen Blick und die Kenntnis der Umgebung auf viele tolle Motive aufmerksam gemacht und mir Dinge gezeigt, an denen ich vorbeigelaufen wäre. Er warnt auch vor vermeintlich ungefährlichen Stellen und erklärt, warum man hier vorsichtig sein muss. Außerdem hat er mir auch ganz nebenbei einiges über die Flora der Everglades beigebracht.
Zuerst stoppt er mit dem Wagen an den Spots, die auch vom Auto, bzw trockenen Fußes erreichbar sind. Im zweiten Teil geht´s dann direkt in die Sümpfe und je nach Jahreszeit steht man teilweise bis zum Bauch in den Sümpfen. So „sumpfig“ ist das ganze aber gar nicht, denn die Everglades sind eigentlich ein riesiger, breiter Fluss und das Wasser ist ständig in Bewegung. Meist sieht man durch das klare Wasser den Grund. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl bis zur Hüfte mitten in den Everglades zu stehen. Unendliche Ruhe, man hört nur die Geräusche der Wellen, die man beim Gehen selbst verursacht. Ich hätte stundelang stehen bleiben können, denn man sieht so viele Details und immer neue Dinge. Rick hat zum Beispiel auf seinen Streifzügen eine bisher unentdeckte Orchidee gefunden, die nun seinen Namen trägt. Er geht voraus und warnt vor tiefen Stellen oder Hindernissen und da er vorne läuft, ist eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben, dass unfreundlich gesonnene Viecher Ihn beißen und nicht mich
Das Stativ dient auch als Wanderstock und wird zum Abtasten der Wassertiefe benutzt und warnt vor Stolperfallen wie Ästen, die auf dem Grund liegen. Diese sind durch den Algenbewuchs auch sehr glitschig und wohl die größte Gefahr in den Everglades, denn während der ganzen Zeit im Wasser haben wir weder Schlangen noch Krokodile oder andere Tiere gesehen. Also keine Angst vor wilden Bestien
Wenn dann ein Fotospot gefunden ist, wird das Stativ aufgestellt, die Cam aus der wasserfesten Tasche geholt und auf das Stativ montiert. Zugegeben. Dabei war mir sehr mulmig!! Auch am Schluss noch, obwohl ich nach der Wasserwanderung ziemlich sicheren Trittes durch den „Swamp“ gewandert bin. Aber beim Kamera- oder Objektivwechsel ist Gottseidank nichts passiert, aber das ständige aus- und einpacken von Cam und Objektiven war aber schon nervig. Das Manfrotto Stativ war natürlich hinterher voller Wasser und Tage danach noch feucht beschlagen. Ob das Stativ oder die Beschläge oxydieren, erzähle ich Euch nächstes Jahr. Übrigens Hose, Schuhe und sogar die weißen Sportsocken, die ich anhatte wurden ohne Einsatz von ätzenden Flüssigkeiten und Chemikalien wieder problemlos sauber.
Für mich steht fest: Das war nicht meine letzte Tour!
Hier ein paar Ergebnisse aus dem Shooting.





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